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WiSe 2018/19

Ökonomik & Moral


Ab 22.10.2018, montags 17:45 - 19:15 Uhr, Universität zu Köln, WiSo-Gebäude, Hörsaal XXIV

Thematik

Bei vielen aktuellen wirtschaftspolitischen Fragestellungen schwingt eine moralische Dimension mit. Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler, die an solchen Themen arbeiten und für solche Diskussionen Beiträge leisten, finden sich daher häufig auch mit moralischen Fragestellungen konfrontiert. Umgekehrt erscheinen Ökonominnen und Ökonomen mo­ralische Diskussionen fragwürdig, wenn dabei ökonomische Wirkungszusammen­hänge oder Restriktionen ausgeblendet bleiben. In vielen gesellschaftlich kontrovers geführten Debatten müssen Ökonomik und Moral zusammengeführt werden, um Prob­leme angemessen zu würdigen und Lösungsvorschläge konstruktiv zu diskutieren.

Mit Hilfe renommierter Referentinnen und Referenten werden im Rahmen der diesjährigen Ringvorlesung des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln zunächst einige grundle­gende Zusammenhänge von Ökonomik und Moral diskutiert. Im Einführungsvortrag versuchen wir zu klären, ob und in wie weit unsere auf Wettbewerb ausgerichtete Wirt­schaftsverfassung und moralischer Ansprüche überhaupt vereinbar sind. Anschlie­ßend diskutieren wir, ob und wie Studierende der Wirtschaftswissenschaften für mo­ralische Dimensionen sensibilisiert werden. In der dritten Woche beschäftigt uns die Frage, ob und wie jungen Menschen bereits in der Schule ökonomische  Zusammen­hänge vermittelt werden, um ein breites gesellschaftliches Grundver­ständnis der Wirtschaftsordnung zu erlangen.

In den verbleibenden neun Vorträgen werden unsere Referentinnen und Referenten in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierte Fragen und Herausforderungen unserer Zeit aufgreifen, die je­weils sowohl wirtschaftspolitische als auch moralische Würdigungen erfordern. Sie be­richten aus unterschiedlichen Teildisziplinen zu strittigen Themen und präsentieren wissenschaftliche Beiträge, anhand derer dem Zusammenwirken ökonomischer und moralischer Aspekte beispielhaft nachgespürt werden kann.

Programm

  • 22.10.2018 Können Akteure im Wettbewerb moralisch handeln? | Prof. em. Dr. Dr. Karl Homann, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 29.10.2018 Kann moralisches Handeln im Studium der Wirtschaftswissenschaften vermittelt werden? | Prof. Dr. Bernd Irlenbusch, Universität zu Köln
  • 05.11.2018 Ökonomische Bildung in der Schule - notwendige Lebensvorbereitung oder Indoktrination | Prof. Dr. Nils Goldschmidt, Universität Siegen
  • 12.11.2018 Wem gehören die Organe? - Verfügungsrechte in der Transplantationsmedizin | Prof. em. Dr. Hartmut Kliemt, Frankfurt School of Finance and Management
  • 19.11.2018 Sondertermin: Präsentation des Jahresgutachtes des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung | Prof. Dr. Isabel Schnabel 
  • 26.11.2018 Sozialpolitisches Lobbying - nicht frei von ethischen Fallstricken | Georg Cremer, ehem. Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes
  • 03.12.2018 Darf man mit Lebensmitteln spekulieren? | Prof. Dr. Martin Bohl, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • 10.12.2018 Wie moralisch sind die deutschen Wohnungsmärkte: Kann und muss der Staat helfen? | Prof. Dr. Tobias Just, Universität Regensburg
  • 17.12.2018 Sollen Managergehälter gedeckelt werden?| Jun. Prof. Dr. Matthias Heinz, Universität zu Köln
  • 07.01.2019 Kann man ausgerechnet bei Adam Smith etwas zum Thema Unternehmensverantwortung lernen? | Prof. Dr. Andreas Suchanek, Handelshochschule Leipzig / Wittenberg Zentrum für Globale Ethik
  • 14.01.2019 Dürfen wir dank Offsetting-Maßnahmen mit ruhigem Gewissen fliegen? | Prof. Dr. Andreas Ziegler, Universität Kassel
  • 21.01.2019 Patientenwohl und knappe Ressourcen - Ein unlösbarer ethischer Konflikt? | Prof. Dr. Christiane Woopen, Universität zu Köln / Vorsitzende des Europäischen Ethikrates
  • 28.01.2019 Gesundheits-Apps: Krankenversicherungen im Konflikt zwischen Solidarität, Effizienz und Privatsphäre | Prof. Dr. Remi Meyer-Rigaud, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

 

Adressaten

Die Ringvorlesung richtet sich an die Mitglieder aller Fakultäten der Universität zu Köln, Gasthörer/-innen, Lehrer/-innen und Schüler/-innen sowie die interessierte Öffentlichkeit. Bachelor-Studierende aller Fakultäten haben die Möglichkeit, sich die Ringvorlesung im Studium Integrale mit 6 Leistungspunkten anrechnen zu lassen. Eine regelmäßige Teilnahme kann durch ein Zertifikat bestätigt werden (bitte melden Sie sich dazu vorab per E-Mail bei Rebekka Rehm).

Studium Integrale

Voraussetzung für den Erhalt von Leistungspnkten ist eine verbindliche Anmeldung (siehe unten) und die erfolgreiche Teilnahme an wöchentlichen kurzen Online-Tests, die nach jeder Vorlesung für fünf Tage über Ilias absolviert werden können. Um den Kurs zu bestehen, müssen mindestens 10 von voraussichtlich 12 Online-Tests absolviert werden. Dabei müssen mindestens 7 Tests bestanden sein und 50 Prozent der Gesamtmenge der Fragen aller Tests richtig beantwortet sein. Die Fragen der einzelnen Tests beziehen sich ausschließlich auf die Vorlesung der betreffenden Woche und ihre Beantwortung dauert unser Einschätzung nach etwa 5-10 Minuten.

Anmeldung

Studierende, die die Veranstaltung im Rahmen des "Studium Integrale" besuchen wollen, konnten sich bis zum 09. Oktober über das Online-Formular anmelden. Außerdem ist eine Anmeldung bei Klips 2 zur späteren Leistungsverbuchung notwendig. Der Erwerb von Credit-Points ist nur für maximal 90 Studierende möglich. Die Plätze werden nach Reihenfolge der eingegangenen Anmeldungen vergeben.

Organisatorische Leitung

Die Ringvorlesung wird organisiert vom Institut für Wirtschaftspolitik (iwp) an der Universität zu Köln. Das iwp wurde 1950 als unabhängiges wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut von Prof. Dr. Dr. h.c. Alfred Müller-Armack, dem geistigen Vater der Sozialen Marktwirtschaft, und Dr. h.c. Franz Greiß gegründet. Die vorrangige Aufgabe des Instituts liegt in der Untersuchung aktueller grundlegender Probleme im Bereich der Wirtschaftspolitik. Das besondere Augenmerk gilt dabei ordnungspolitischen Fragestellungen und den für eine funktionsfähige Soziale Marktwirtschaft erforderlichen institutionellen Rahmenbedingungen. Ein gemeinnütziger Fördererkreis unterstützt die Arbeit des Instituts. 

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Felix Höffler
Prof. Michael Krause, Ph. D.
Dr. Steffen J. Roth

Förderung

Die Ringvorlesung wird gefördert im Rahmen von der Otto Wolff Stiftung sowie im Rahmen der Universitas-Förderinitiative „Dialog Wissenschaft und Praxis“ der Hanns Martin Schleyer-Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung.

  

 


 

Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln
Pohligstraße 1, 50969 Köln, Tel.: +49 (0)221 470-5347, E-Mail: iwp(at)wiso.uni-koeln.de