• Ringvorlesung

Die Energiewende in Deutschland

Thematik

Als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe in Fukushima im März 2011 beschloss die deutsche Bundesregierung, aus der Atomenergie auszusteigen und die Energiewende hin zu mehr erneuerbaren Energien zu forcieren. Das im September 2010 verabschiedete „Energiekonzept“ wurde im Juni 2011, mit breiter Zustimmung im Bundestag, durch ein „Energiepaket“ ergänzt.

Mit der Energiewende verfolgt die Bundesregierung eine Vielzahl von politischen Unterzielen. Neben dem Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 und dem Ausbau der erneuerbaren Energien auf 80% der Stromerzeugung bis 2050 soll der Energieverbrauch um 50% reduziert, die energetische Sanierungsrate verdoppelt und die Einführung der Elektromobilität gefördert werden. Diese Zielsetzungen sollen durch diverse Maßnahmen und Instrumente erreicht werden. Zwei Jahre nach Verabschiedung des Energiepakts zeigen die Diskussionen jedoch, dass viele Fragen offen geblieben sind und einige Maßnahmen zu unerwünschten Folgen führen. Die Strompreise sind stark angestiegen, die Sorge vor Stromausfällen wächst und ob und wie Energieeinsparziele erreicht werden können, ist unklar.

In der tagesaktuellen Debatte fehlt es oft an Zeit, die Folgen alternativer politischer Entscheidungen in ihrem gesamten Ausmaß zu prüfen. In der Ringvorlesung an der Universität zu Köln soll diese Zeit zur Verfügung stehen. Es soll aufgezeigt werden, wie die Energiewende in den vergangenen zwei Jahren angelaufen ist und welche Schritte zukünftig zu erwarten sind. Dazu werden ausgewählte Themenbereiche genauer betrachtet und mögliche Gestaltungsoptionen näher analysiert. Eine Betrachtung der Auswirkungen der deutschen Energiewende im internationalen Kontext wird die Ringvorlesung abrunden.

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Organisatorische Leitung
Die Ringvorlesung wird organisiert vom Institut für Wirtschaftspolitik (iwp) an der Universität zu Köln und dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI).

Das iwp wurde 1950 als unabhängiges wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut von Prof. Dr. Dr. h.c. Alfred Müller-Armack, dem geistigen Vater der Sozialen Marktwirtschaft, und Dr. h.c. Franz Greiß gegründet. Die vorrangige Aufgabe des Instituts liegt in der Untersuchung aktueller grundlegender Probleme im Bereich der Wirtschaftspolitik. Das besondere Augenmerk gilt dabei ordnungspolitischen Fragestellungen und den für eine funktionsfähige Soziale Marktwirtschaft erforderlichen institutionellen Rahmenbedingungen. Ein gemeinnütziger Fördererkreis unterstützt die Arbeit des Instituts.

Das EWI widmet sich der energieökonomischen Forschung und Lehre sowie der Erstellung wissenschaftlich basierter Studien für die energiewirtschaftliche und energiepolitische Praxis. Das Institut nutzt dafür moderne empirische Methoden der angewandten Industrieökonomik, insbesondere detaillierte, computergestützte Modelle der europäischen Strom- und Gaswirtschaft, die im Institut entwickelt und ausgewertet werden. Untersucht wird, wie sich technologische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie politische Entscheidungen auf die Märkte und Marktergebnisse auswirken.

Wissenschaftliche Leitung
Prof. Achim Wambach, Ph. D., Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik
Prof. Dr. Felix Höffler, Direktor für Grundlagenforschung des Energiewirtschaftlichen Instituts

Förderung

Die Ringvorlesung wird gefördert im Rahmen der Universitas-Förderinitiative „Dialog Wissenschaft und Praxis“ der Hanns Martin Schleyer-Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung.

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Vortragsprogramm

14.10.2013 Energiewende und Klimapolitik
Prof. Dr. Ockenfels | Staatswissenschaftliches Seminar, Köln

21.10.2013 Herausforderungen der internationalen
und europäischen Klimapolitik [Folien]
Prof. Dr. Edenhofer | PIK, Potsdam

28.10.2013 Konstituierende Sitzung für Studierende
im Studium Integrale
Adrian Amelung | iwp, Köln

04.11.2013 Die Förderung von erneuerbaren Energien
Prof. Dr. Haucap | DICE, Düsseldorf

11.11.2013 Wirtschaftliches Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit:
Besteht ein Zielkonflikt?
Prof. Dr. Pittel | ifo, München

18.11.2013 Herausforderungen beim Ausbau des deutschen Stromnetzes
Prof. Dr. Rehtanz | TU Dortmund

25.11.2013 Die Regulierung des Stromnetzes
Prof. Dr. Höffler | ewi, Köln

02.12.2013 Benötigt der liberalisierte Strommarkt
Kapazitätsmechanismen?
Prof. Wambach, Ph. D. | iwp, Köln

09.12.2013 Sonderveranstaltung:
Präsentation des Jahresgutachten des Sachverständigenrats
Prof. Dr. Schmidt | RWI, Essen

16.12.2013 Verkehrssektor: Zukunftsperspektiven der Elektromobilität
Prof. Dr. Dudenhöffer | Universität Duisburg-Essen

13.01.2014 Die Bedeutung der Energieeffizienz
im Rahmen der Energiewende
Prof. Dr. Schleich | Fraunhofer ISI

20.01.2014 Sonderveranstaltung:
7. Kölner wirtschaftspolitischer Dialog: Einbettung
der deutschen Energiewende in die europäische Energieund
Klimapolitik
Günther Oettinger | Kommissar für Energie, Europäische Kommission
Prof. Dr. Bettzüge | ewi, Köln

27.01.2014 Einbettung der deutschen Energiewende in die globalen
Märkte und internationalen Wirtschaftsbeziehungen
Prof. Dr. Löschel | ZEW Mannheim

03.02.2014 Zusammenfassung und Ausblick
Prof. Dr. Höffler | ewi, Köln
Prof. Wambach, Ph. D. | iwp, Köln

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